Mark of the Ninja

Hier ein weiteres Stealth-Game, auf dessen Release ich mit voller Vorfreude gewartet hatte. Zumindest auf den PC-Release. Im September erschien es für X-Box Arcade und erntete sehr positives Feedback. Durch irgendeine Twitter-Meldung wurde ich auf das Spiel aufmerksam, hörte von einem gerüchteten Steam-Release (es erschien dann im Oktober) und sah mir einen Trailer an. Ich wollte es! Das Besondere an Mark of the Ninja von Klei Entertainment ist nämlich, dass es ein 2D-Stealth Spiel ist. Nicht, wie die Klassiker Metal Gear und Metal Gear 2 – Solid Snake, aus der Vogelperspektive, sondern aus der klassischen 2D-Seitenansicht.

Am meisten hat mich an Mark of the Ninja beeindruckt, wie es sämtliche bekannte Stealth-Elemente aufnimmt und in einem 2D-Sidescroller verpackt. Mark of the Ninja fühlt sich dabei wie ein kleines Best of des Stealth-Genres an – nicht nur wegen einem Karton zum verstecken, wie bei einer anderen sehr bekannten Stealth-Reihe. So kann sich der Spieler hinter oder in Objekten wie Müllcontainer, Büschen oder Schränken verstecken. Dazu kommt ein Licht- und Schattensystem, mit dem der Ninja beinahe unsichtbar werden kann. Lihtquellen wie Lampen können wiederum zerstört werden, womit sich auch Wachen ablenken lassen. Wachen kann man außerdem mit Geräuschen ablenken oder auf sich aufmerksam machen, womit also auch ein Geräuschsystem hinter dem Spiel steckt. Aufgeschreckte Vögel, zerstörte Lampen oder laufen können Geräusche machen. Die Geräusche wiederum werden graphisch im Spiel dargestellt, wie auch der Sichtbereich des Ninjas durch seine Position eingeschränkt wird. So kann ich erst die Wachen in einem Raum sehen, wenn ich mich an die Tür zu diesen Raum anlehne oder aus meinem Versteck hervorlinse. Alles, was der Ninja nicht sehen kann, wird unscharf dargestellt. Dazu kommen Ninja-Items wie ein Greifhaken, Stachelminen oder Wurfsterne und der Ninja ist außerdem besonders akrobatisch. So kann der Ninja Wände hochklettern, sich mit seinem Kletterhaken langsam wie eine Spinne abseilen und Stealth-Kills aus fast jeder möglichen Position ausführen. Wie in anderen Stealth-Spiele muss der Spieler aber aufpassen, dass die Leichen von getöten Wachen nicht gefunden werden und muss sie deshalb verstecken. Oder er lockt andere Wachen mit den Leichnamen der toten Kollegen an. Mein Favorit ist es Gegner in Panik versetzen, indem ich vor ihren Augen einen Kameraden mit einem Gadget plötzlich töte oder eine getötete Wache vor ihren Füssen werfe. Panische Wachen schießen dann wild um sich und erledigen damit auch ihre Kameraden, während sie hysterisch durch die Gegend schleichen und stolpern.

Das war nun nur eine plumpe Aufzählung der ganzen spielerischen Features und Elemente, die Mark of the Ninja bietet. Damit will ich aber nur aufzeigen, wieviel Stealth in diesem Spiel wirklich steckt und was sich die Entwickler alles einfallen lassen haben. So gut wie jedes Spiel-Element, welches jemals in einen Stealth-Titel vorkam, scheint in Mark of the Ninja verwendet zu werden oder einen Einfluss zu haben, wobei Mark of the Ninja noch immer ein klassikscher 2D-Sidescroller bleibt. Obwohl es Stealth schon mit den Ur-Metal Gears Ende der 80er schon gab und keine Erfindung des 3D-Zeitalters ist, will mir einfach kein anderer 2D-Titel einfallen (mögliche Game Boy- oder Handy-Varianten von Splinter Cell mal beiseite), der sich auch nur annährend wie es Mark of the Ninja tat als Stealth-Titel versucht hat. Eigentlich ein ganz simpler Ansatz, der aber dennoch vollkommen aufgeht. Hier auch wieder ein Hoch auf den mittlerweile sehr großen Indie-Bereich, ohne den ein 2D-Stealth-Sidescroller wie Mark of the Ninja nicht möglich gewesen wäre.
Davon ab mag mir auch einfach nichts einfallen, was ich an Mark of the Ninja kritisieren oder verbessern würde. Klar, es löst keine magischen Spielmomente aus, da es eben doch nur ein 2D Indie-Spiel ist. Aber als 2D-Schleicher wurde es einfach sehr gut bis perfekt umgesetzt. Es ist eines solcher Spiele, wegen denen man den Indie-Bereich nicht ignorieren sollte und seinen Spass haben kann.

Ansonsten sei zu Mark of the Ninja der selbe blutige Comic-Stil erwähnt, der schon bei Shank verwendet wurde. Man sieht dem Spiel also förmlich die Herkunft von Klei Entertainment an.
Die erwähnte graphische Darstellung von Tönen und der Perspektive des Ninjas verleihen dem Spiel noch einen weiteren Character, obwohl es sich nur um graphische Hilfsmittel handelt, die ich aber bei einem Stealth-Spiel nicht missen möchte. Es ist einfach frustrierend, wenn plötzlich Alarm aktiviert wird und der Spieler scheinbar aus dem Nichts auffliegt. Bei einem schlechten Stealth-Spiel weiß ich nicht, warum ich entdeckt werde. Ich kann daraus nicht lernen, mich nicht verbessern, werde frustiert und schreie beim Höhepunkt meiner Wut-Skala „Verbuggte Kack-Scheiße!“ Bei einem guten Stealth-Spiel kann ich nicht anders, als die Schuld bei mir zu suchen. Mark of the Ninja bietet also nicht nur viele Stealth-Features, sondern kümmert sich vor allem auch darum, mir als Spieler die Spielmechaniken so einfach wie möglich zu präsentieren, ohne mich mit einem ewig-langen Tutorial zu nerven oder mich ins kalte Wasser zu werfen.

Wie gesagt, Mark of the Ninja mag zwar „nur“ ein 2D Indie-Titel sein, hat sich für mich als Freund von Stealth-Spielen absolut gelohnt.

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