Metal Gear Solid 2 – Sons Of Liberty / Substance (HD)

Metal Gear Solid 2 – Sons Of Liberty ist ende 2001 in Japan und Nordamerika für die PlayStation 2 erschienen, anfang 2002 dann in Europa. Durch den Trailer auf der E3 2000 wurde das Spiel enorm gehypted und wurde zu einem der am meisten erwarteten Titel der Spieleindustrie.
Ungefähr ein Jar später erschien für die X-Box und die PS2 die erweiterte Fassung Metal Gear Solid 2 – Substance. Substance bot ähnlich wie zuvor Metal Gear Solid – VR/Special Missions ungefähr 300 virtuelle Missionen. Dazu gab es ein Skateboard-Minispiel mit zwei Levels im MGS2-Stil und die Snake Tales, die alternative Missionen – unkanon zur Hauptserie – erzählten. Zusätzlich gab es für die Europäer eine Making Of-DVD, The Document of Metal Gear Solid 2.
Metal Gear Solid 2 – Substance wurde außerdem in einer HD-Fassung auch auf der Metal Gear Solid – HD Collection ende 2001 neu aufgelegt.

Bezüglich der Story läßt sich MGS2 mit ‚anders‘ beschreiben – auf Details gehen ich an anderer Stelle ein. Das Spiel ist in in zwei Episoden unterteilt.
Zunächst spielt man Snake im Jahr 2007. Snake infiltriert einen Tanker, in dem sich Gerüchten zufolge ein neuer Metal Gear befinden soll. Ziel ist es diesen neuen Metal Gear zu finden und Beweise zu sammeln.
Die Handlung setzt dann zwei Jahre später an, im Jahr 2009. Der Spieler steuert die Figur Raiden, einen Agenten der Foxhound-Einheit. In der Öl-Reinigungsanlage Big Shell nahm die revoltierende Anti-Terroristeneinheit Dead Cell mehrere Geiseln – unter anderem den Präsidenten der Vereinigten Staaten. Sie drohen mit einem nuklearen Angriff, sollten ihre Forderungen nicht erfüllt werden.

MGS2 spielt sich ähnlich wie der Vorgänger, hat aber einige neue Spiel-Features, die die Spielwelt und das Gameplay um weitere Elemente bereichern und lebendiger machen, ähnlich wie damals schon Metal Gear 2 – Solid Snake solche Spiel-Erweiterungen bot.
So kann der Spieler nun in der Ego-Perspektive zielen und schießen. Das ist auf jeden Fall eine Aufwertung, da damit die Interaktion mit der Umgebung verstärkt wird. Es lassen sich nun Kameras oder C4-Sprenzünder deaktivieren oder der Spieler kann auch einfach ganz banal Flaschen oder andere Objekte der Umgebung kaputt schießen.
Wachen verschwinden nun nicht einfach, wenn sie außer Gefecht gesetzt werden, sondern bleiben liegen. Sie können damit von anderen Wachen gefunden werden, die – je nach Zustand der Wache, ob tod, schlafend oder ausgeknockt – reagieren. Der Spieler kann liegende Wachen tragen und verstecken – wobei diesbezüglich die Steuerung leider sehr träge und geradezu umständlich realisiert wurde, was möglicherweise auch so gewollt sein könnte.
Wachen können nun betäubt werden – sie schlafen dann. Dies mag sich zwar nur nach einer Alternative zum töten ohne Konsequenzen anhören, bringt aber dennoch eine zusätzliche Komponente ins Spiel. Betäubte Wachen bleiben nur solange liegen, bis sie wieder aufwachen oder von ihren Kameraden mit einem Fußtritt geweckt werden und patrollieren dann weiter. Aber bei toten Wachen, die auch tot bleiben, schlagen die Kameraden sofort Alarm und stellen einen Ersatz-Mann auf. Man wägt als Spieler also ab, ob man eine Wache nur zeitweise außer Gefecht setzt oder einen Alarm riskiert.
Dazu kommt überhaupt das Verhalten der Wachen. Sie stehen im Funkkontakt zu ihrer Basis und rufen per Funkgerät Alarm oder geben Statusmeldungen durch, wobei der Spieler die Funkgräte mit einem Schuss aus der Ego-Sicht kaputt schießen kann. Die Wache kann dann keine Verstärkung mehr rufen im Alarm-Fall, kann aber auch keine Statusmeldungen mehr durchgeben. Sollten diese Statusmeldungen ausbleiben, weil die Wache tot oder bewusstlos oder das Funkgerät kaputt ist, wird die Basis misstrauisch und läßt dies überprüfen.
Im Alarm- und Such-Modus reagieren die Wachen auch nicht mehr wie einzelne Objekte, sondern agieren im Team und geben sich Gegenseitig Anweisungen.

Für mich war MGS2 das Metal Gear-Spiel, welches mich beim Spielen vermutlich am meisten aufgeregt hatte, neben Metal Gear Solid 3. Nicht wegen den neuen Features, sondern wie beim 3. Teil ein älteres Spiel-Element.
Was beim 3. Teil die Steuerung um das Kriechen war, war beim 2. Teil die Kamera. Es gibt nämlich nur eine starre Vogel-Perspektive über den Spieler. Was vorne liegt, kann der Spieler nicht sehen – außer per Ego-Perspektive. Dafür gibt es in der Serie das Radar, mit dem der Spieler die Wachen und ihr Sichtfeld auch außerhalb der Kamera sehen kann und damit mehr Übersicht hat. In Metal Gear Solid 2 muss aber das Radar in den einzelnen Bereichen der Big Shell erst an Terminals aktiviert werden und dadurch spielt der Spieler zeitweilig ohne Radar. Auf diese Art wird MGS2 sehr schwer, da immer von einer vorher nicht sehbaren Position eine Wache aufkreuzen kann. Einen Überblick kan man sich nur in der Ego-Perspektive verschaffen, in der man sich jedoch nicht bewegen kann. Solange ich mir aber keinen Überblick verschaffe, laufe ich quasi blind durch die Levels.
Dieses Feature war schon immer ein Manko der Metal Gear Solid-Reihe. Dabei möchte ich es nicht als veraltet bezeichnen, weil es schon damals ein Schachpunkt der Spiele war und es bei der Konkurrenz wie Splinter Cell, Hitman oder sogar Tenchu besser gelöst wurde. Es hatte etwas gedauert, aber mit Metal Gear 3 – Subsistence wurde dann auch dieses Spiel-Element zum besseren abgeändert.

Bezüglich der Story ist MGS2 einfach anders, als die anderen Teile. Es ist nicht schlechter oder besser und bietet auch nicht das epochale Gefühl mit Spannungskurve und einem epischen Finale, wie es die anderen Teile der Reihe tun. Jeder Character im Spiel hat ein Geheimnis und alle belügen sich mindestens einmal. Dadurch erhält die Story durch zalhreiche Wendungen eine enorme Dynamik, die so manchen Spieler verwirren kann, bis ihnen die Übersicht fehlt.

Ansonsten fällt es mir schwer eine wirkliche Bewertung zu MGS2 zu geben. Ich hatte es damals bis zum erbrechen gezockt, alle VR-Missionen der Substance-Fassung gespielt und alle Dog-Tags gesammelt, für die man das Spiel auf jeden Schwierigkeitsgrad spielen musste. Von all den Metal Gear-Spielen war es auch der Teil, den ich nun komplett ungeändert als HD-Fassung gespielt habe. Wenn man ein Spiel so häufig gespielt hat, fällt es schwer noch auf die einzelnen Details kucken und einzugehen und zu können.
Vor allem, da es Metal Gear Solid 2 den Spieler auch nicht einfach macht. Es ist ein einmaliges Spiel, welches man erst durchschauen muss. Sollte dies dem Spieler entgehen, wird man wahrscheinlich nicht soviel Spass an dem Spiel haben wie man ihn mit Metal Gear Solid 1 und 3 haben könnte. Davon ab kann MGS 2 eines der wenigen Spiele sein, die man als Kunst bezeichnen könnte.

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