Work in Progress: Amnesia – The Dark Descent

Ah, Amnesia, Indie-Horror-Schreck von Frictional Games aus dem Jahre 2010. Um mir schlechte Wortwitze zu ersparen und gleich etwas zum Spiel und meine Erfahrungen zu schreiben: Meine Gesamtspielzeit beträgt bisher irgendetwas zwischen 70 und 90 Minuten, habe zwei oder drei Mal das Spiel neu angefangen und bisher noch keine Gegner getroffen. Trotzdem habe ich mich bisher jedesmal beim spielen völlig eingeschissen.

Aber was für ein Spiel ist Amnesia denn nun? Amnesia muss man sich vorstellen wie die vorherigen Spiele von Frictional Games – jaja, die Erklärung hilft nun wahrscheinlich gar nicht weiter, die Penumbra-Trilogie müsste noch unbekannter als Amnesia sein. In Amnesia läuft man jedenfalls in Ego-Perspektive durch die Gemäuer eines scheinbar verlassenen Schlosses und löst nach Adventure-Art Rätsel. Die Haupt-Figur, die – wie sollte es auch anders sein – unter Amnesie leidet, scheint in einer psychisch labilen Verfassung zu sein. In der Dunkelheit verschlechter sich sein Zustand, er atmet hörbar ein und aus und seine Sicht trübt sich. Waffen hat er keine. Sollte also ein Gegner kommen, könnte ich böse kucken – eine mögliche Taktik, um einen Gegner zu verscheuchen. Wahrscheinlich breche ich aber in Tränen und Geschluchze aus – keine gute Taktik, um einen Gegner zu verscheuchen. Oder ich verstecke mich einfach und gehe den Gegner aus dem Weg – auch eine Taktik.
Und das waren auch schon die Fakten, die ich bisher vom spielen von Amnesia habe. Mehr weiß ich auch nicht, da ich mich nicht weiter informiert habe und gewissermassen nackt und ahnnunglos spiele.

Gerade dadurch machte mir Amnesia bisher auch am meisten Angst. Amnesia packt in mir diese formlose Angst vor dem Unbekanntem. Bei Höhenangst oder bei meiner Angst vor Spritzen habe ich stets eine genaue Vorstellung von dem, was mir Angst bereitet. Es ist greifbar, ich kenne es. Sollte mich eines Tages in meiner Mittagspause völlig unerwartet ein Tiger anfallen, wäre dies zwar auch ein ziemlich beängstigendes Erlebnis, aber es bliebe immerhin noch eine greifbare, reale und nicht völlig unvorstellbare Gefahr. Da steckt schon Wahrheit in dem Spruch „Wenn es blutet, können wir es töten.“
Bei Amnesia hingegen kommt die Angst gerade weil ich noch keinen Gegner getroffen habe und weil ich nicht weiß, was mich erwarten wird. Aber Amnesia macht mir sehr deutlich, dass ‚Es‘ – also die Gefahr, die Gegner – da ist. Es scheint etwas da zu sein, etwas bedrohliches. Nur was ‚Es‘ ist und wie ‚Es‘ aussehen wird, das weiß ich einfach nicht. Aber genau deswegen kommt in mir Angst auf. Aus der Dunkelheit könnte alles mögliche auf mich zukommen und es müsste nicht an der (virtuellen) Realität gebunden sein. Die labile Verfassung der Figur tut ihr übriges und kann zum Nährboden dieser unrealen, unförmigen Gefahr werden.
Kurz gesagt ist Amnesia also ein Spiel, welches in mir Angst auslöst, wie es auch die alten Silent Hill- oder Resident Evil-Teile gemacht haben. Im Gegensatz zu heutigen Genre-Vertreter wie Dead Space, die mich bestenfalls nur erschrecken.

Auf jeden Fall gehört Amnesia zu den Spielen, die ich noch beenden will. Vielleicht klappt es mittlerweile auch, nachdem ich die Penumbra-Trilogie gespielt hatte.

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Eine Antwort zu Work in Progress: Amnesia – The Dark Descent

  1. Malitia schreibt:

    Ich hab’s mit dem Humble Bundle geschenkt bekommen und hab nur einmal reingeguckt; spielen kann ich’s nicht, weil ich sonst an irgendeinem Punkt einfach einen Herzkasper erleiden werde. ;)

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