Shadows of the Damned

Shadows of the Damned kürzlich beendet.

Zunächst ist da die Neugier, was Akira Yamaoka (Komponist der Musik der Silent Hill-Spiele), Suda51 (der Mann hinter No More Heroes und Killer7) und Shinji Mikami (Erfinder von Resident Evil und Devil May Cry) zusammen auf die Beine stellen konnen. Das Ergebnis ist nun nicht unbedingt ein GOTY-Spiel, hat mir aber dennoch sehr gut gefallen.

Es ist jedenfalls schön zu beocbachten, welche Einflüsse Akira Yamaoka, Suda51 und Shinji Mikami in Shadows of the Damned jeweils mit sich gebracht haben.

Zunächst ist da Mikami, der eindeutig die Horror-Elemente ins Spiel brachte. So erinnert Shadows of the Damned mit seinen ganzen Dämonen und der Unterwelt stellenweise an Devil May Cry, in dem man in einem ähnlich-gotischen Setting ebenfalls einen Dämonjäger spielt.
Rein spielerisch wirkt Shadows of the Damned auch wie eine Mischung aus einem dynamischeren Resident Evil 4 und Devil May Cry. Wie bei RE4 laufen ich in 3rd Person-Ansicht durch die Gegend und ziele ebenfalls mit der RE4-3rd Person-Ansicht auf die Gegner. Anders als bei Devil May Cry muss ich keine Seelen aufsammeln um dämonische Tore zu öffnen, aber ähnliche Elemente wie schattische Dämonen-Hände finden sich auch in Shadows of the Damned.
Ansonsten würde ich durchaus sagen wollen, dass Mikami mit Shadows of the Damned ein Spiel entwickelt hat, welches noch mehr Resident Evil ist, als es Resident Evil 5 gewesen ist. Ja, es erinnert sehr marginal an RE mit den Baby-Türen und wie man für die jeweiligen Türen die passenden Items suchen muss, aber das ist schon näher an RE dran als es RE5 jemals war :).

Dann ist da Suda51, von dem die Story stammt und der auch den Humor mit brachte, wie aber auch die eher stylischen und durchgeknallteren Elemente (u.a. heißer Sacke, Tequilla und Absinth zur Lebensenergie-Wiederherstellung). So ist Garcia eher ein Character, der mit seiner ganzen Aufmachung eher zum Portfolio von Suda51 als von Mikami passt. Aber auch bei einigen Animation wie am Getränke-Automat erkennt man Suda51 wieder (oder zumindest das Entwickler-Studio Grasshopper Manufacture).
Sehr angenehm fand ich ich die Handlung, bei der es nicht um die Weltherrschaft oder das allgemeine Wohl der Menschheit geht, sondern nur um den hispanischen Dämonenjäger Garcia Hotspur, der gemeinsam mit seinem dämonischen Begleiter Jonathan seine Freundin vor dem Herrscher der Unterwelt rettet. Im Grunde genommen sogar sehr old-schoolig, Held rettet Freundin. Etwas besonderes sind aber auch die Momente, in denen Garcias Freundin umgebracht und mit Garcias Emotionen gespielt wird, nur um sie wieder auferstehen zu lassen und weiter quälen zu können. So old-schoolig die Handlung an sich wirkt, so völlig neu und überraschend ist es zu sehen, wie die virtuellen Freundin geköpft wird, ertrinkt oder in zwei Hälften gerissen wird.
Bezüglich dem Humor fällt mir kaum ein witzigeres Spiel ein. Dabei sind es zunächst die Dialoge zwischen dem Garcia und Johnson, die das ganze Spiel auflockern.
Johnson: „I think your girl’s gone mental again.“
Garcia: „She ist not mental. She is momentarily confused.“
Auch sehr angenehm finde ich, dass Garcia zwar der knallharte Dämonenjäger ist, an manche Stellen sich aber auch nicht zu ernst nimmt. Es sind solche sympathischen Momente, wenn er mit seinem spanischen Akzent eine Geschichte vorliest, sich dabei aber verhaspelt und versucht die krächzenden Geräusche eine Krähe, die in der vorgelesenden Geschichte vorkommen, zu imitieren.
Es sind aber auch solche albernen Momente wie das Big Boner-Level in dem Jonathan zur riesen-Wumme Big Boiner wird und Garcia einige passenden Sprüche vom Stapel läßt – wobei eigentlich ein „In your face!“ fehlt (unbedingt auf Youtube anschauen, Act 4-1 The Big Boner). Überhaupt bemerkenswert ist auch, dass man früh im Spiel einen Character begegnet und man eigentlich sofort weiß, man wird diesen Character als Level-Endboss wieder treffen und bekämpfen. Dies findet dann aber als 2D-Shooter in Papier-Optik statt.
Und endlich, endlich ist es passiert, aber nach über 20 Jahren Videospiele-Geschichte gibt es endlich ein Level, bei dem ich über über die nackten Brüste einer riesigen Stripperin laufen kann. Selbst God Of War mit seinen Sex-Minispielchen kann da einfach nicht mithalten (auch unbedingt in Youtube anschauen; auch wieder im Big Boner-Level).

Dann ist da Akira Yamaoka, der für die musikalische Untermalung zuständig war und dessen Arbeit auch eindeutig zu entdecken ist.
Wer eines seiner vorherigen Arbeiten in den Silent Hill-Spielen hören konnte, wird ihn aber auch bei Shadows of the Damned sofort wiedererkennen. Seien es sanftere Melodien oder die atmosphärischeren Noise-Tracks, sie könnten tatsächlich aus der Silent Hill-Reihe entliehen sein.
Yamoaka bringt aber nicht nur alt-bewährtes mit sich, sondern kann musikalisch auch in Shadows of the Damned wesentlich abwechslungreicher arbeiten, als es in Silent Hill möglich gewesen wäre. So finden sich im Spiel auch passend zum Humor lockere Nummern, Latin-haftigere Sachen oder auch Nummern im Hard Rock-Bereich.
Für ein, zwei Nummern bringt Yamaoka die SH-Stimme Elizabeth McGlenn mit, die schon in mehreren von Yamaokas Silent Hill-Liedern sang und die in dem HD-Remake von Silent Hill 2 die Figur Maria und in Silent Hill 3 Heather sprach – was beides durchaus eine strittige Sache ist, aber lassen wir das mal außen vor. Ich muss ehrlich gesagt aber auch sagen, dass ich McGlenn mittlerweile nicht mehr hören kann. Sie hat in einigen Liedern wie Room Of Angel fantastische Arbeit geleistet, aber bei all den neueren Silent Hill-Titeln, nämlich Origins Homecoming und Shattered Memories, gibt es immer ihre vier bis fünf Tracks, die sich für mich sehr ähnlich und von ihr immer gleich gesungen anhören.
Ansonsten erinnerte mich en Levelabschnitt aus Shadows of the Damned abseitig von Yamaokas musikalischer Noise-Untermahlung sehr stark an Silent Hill. Ich weiß leider nicht mehr, welcher Abschnitt es war, aber es war ein typischer „Höllen“-Abschnitt, in denen die Wände aus einer blutroten, glibberischen Masse zu bestehen scheinen, wie man es besonders aus Silent Hill 3 kennt. Ich frage mich jedenfalls, ob dies absichtlich ein kleiner Wink an Yamaokas frühere Arbeiten gewesen sein soll.

Wie gesagt, Shadows of the Damned hatte mir sehr gut gefallen. Nur einige Kleinigkeiten fand ich doch störend.
So war Shadows of the Damned an einigen Stellen durchaus schwer, was an sich kein Problem ist. Aber blöde wird es, wenn es die etwas blockige Steuerung ist, die die größte Schwierigkeit darstellt. So ist Shadows of the Damned dynamischer als RE4 oder 5, was leider in manchen Abschnitten nicht ausreicht, wenn ich Garcia an seiner durchdrehenden Freundin vorbei navigieren muss.
Auch schade ist, wie linear Shadows of the Damned sein kann. Nun, das ganze Spiel ist linear, wenn auch nicht ganz so schlauchförmig wie RE5, aber mehr Erkundungs-Freiraum hätte nicht schaden können.

Insgesamt bleibt also ein sehr lustiges, spassmachendes 3rd Person Action Adventures, welches sich wirklich als genau das anfühlt, was man erwarten könnte wenn der SH-Komponist, der Entwickler von RE und DMC sowie Suda51 ein Spiel entwickeln.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Review abgelegt und mit , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s