Kommentiert: E3 2012

Ein neues Jahr, eine neue E3-Messe, ein völlig unkreativer Blog-Post zu dem alljährlichen Gamer-Ereignis, über das eigentlich jeder, der hin und wieder mal ein Pad (oder Maus & Tastatur) in die zarten Fingerchen nimmt, sich berufen fühlt eine Top Ten-Best/-Worst/-Disappointing zu schreiben mit einem Anhang voller Messe-Babes, wobei dieses Jahr wohl hauptsächlich über die Titel The Last Of Us (wenn ihr Sony mögt), ZombiU (wenn ihr Nintendo mögt), nichts (wenn ihr Microsoft mögt) oder Watch Dogs (wenn ihr alles mögt) gesprochen werden sollte. Da ich mit meinem Blog keinen Innovations-Preis gewinnen möchte, steigen wir natürlich auch sofort mit ein :D.

Zunächst habe ich mir dieses Jahr, mehr aus Zufall, mit der Nintendo-Präsekonferenz zum ersten mal eine PK live angekuckt. Naja, mehr oder weniger, Myamoto und Pikmin 3 hatte ich verpasst, also das Highlight der Nintendo-PK, und während dem Rest hatte ich Geschirr abgewaschen. Im großen und ganzen empfand ich diese PK und im Rückblick auch die anderen PK’s aber auch nicht als lohnenswert und ich könnte mir für diese eineinhalb Stunden (die wegen der Live-Übertragung auch noch zu völlig unmenschlichen Zeiten für uns stattfinden) sehr viel sinnvolleres vorstellen – Rasenmähen zum Beispiel (auch während dieser eben genanntent, unmenschlichen Zeiten). In dem Sinne frage ich mich auch über den Wert dieser Pressekonferenzen und wieviele Leute sich diese ankucken würden, wenn es sich nicht um die magische E3 handeln würde, also dem Gaming-Superbowl. Zum einen liegt meine Frustration daran, dass diese Konferenz immer weniger für Core-Gamer wie mich gedacht sind. Da auf der Bühne stehen zunächst Verkäufer, die Produkte an die breite Masse verkaufen wollen und dadurch die Core-Gamer terrorisieren mit ihrer breiten Flut an Magic Books, Kinect, Nintendo-Land, Usher und sonstigen Dance-Geblubbere. So wie Videospiele immer mehr zum Massen-Phänomen werden, werden auch immer mehr die Casual-Gamer in die Haupt-Zielgruppe der Verkäufer (ich spreche absichtlich nicht von Entwickler oder Spielehersteller) rücken.
Verlierer waren dieses Jahr jedenfalls für mich Microsoft und Nintendo, Sony und Ubisoft hingegen eher als Gewinner. Und EA, nun, die waren halt irgendwie auch da mit einer eigenen Pressekonferenz.
Nintendo hat kaum interessante Spiele präsentiert. Ganz nette Sachen, wie Batman Arkham City und Rayman Legends, die ich aber für die Wii U einfach nicht brauche. Gut Luigi’s Mansion 2 sah auch noch ganz nett aus, aber das Nintendo-Highlight war schon eher ZombiU. ZombiU sah interessant aus und die Wii U-Gimmicks könnten durchaus Spass machen. Auch klingt es interessant, dass der Spieler in jedem Falle sterben wird und es darum geht möglichst lange zu überleben. Dabei wird man vorherigen gespielten Character als Zombie treffen und sich die alte Ausrüstung wiederholen können. Für mich noch keine Killer-Application, klingt aber vielversprechend. Kann man sich mal merken.
Microsoft wiederum hatte gar nichts, was mich an die Konsole locken würde. Zumindest an die Microsoft-Konsole, denn alle interessanten Titel wie Resident Evil 6 oder Tomb Raider sind Multi-Plattform-Entwicklungen. An den exklusiven Titeln Halo 4 und Gears Of War: Judgement, die wir mit Sicherheit nächstes Jahr auch wieder sehen werden, habe ich wiederum kein Interesse.
Sony wiederum konnte mit eigenen, exklusiven Titeln überzeugen – auch wenn die leider alle schon vorher bekannt waren. So hat man von The Last Of Us schon vor sehr lange Zeit etwas gesehen und auch ein Nachfolge-Projekt zu Heavy Rain war sehr wahrscheinlich, Highlights Messe-übergreifend waren aber dennoch The Last Of Us und Beyond Two Sould. Als Zugabe gab es eine weitere Eigenproduktion, nämlich God Of War: Ascenion, welches bestimmt wieder gut werden wird. Aber es sah auch sehr nach den 5 Vorgänger aus und hatte mich deshalb auch nicht sonderlich mitgerissen. Zumal es wieder ein Prequel wird. Abwarten, was der Multiplayer aus dem Spiel noch machen könnte.
Dann war da wiederum Ubisoft, die mit Far Cry 3 und Assassin’s Creed 3 auch keine neuen Titel gezeigt haben, aber dafür mit Watch Dogs eine fette Überraschung und für mich das absolute Messe-Highlight parat hatten. Ich bin sehr gespannt, was für Hack-Elemente und spielerische Möglichkeiten dieser Open World-Titel bringen wird. Ich hoffe dabei vor allem auf verschiedene Mission-Lösungen und -Freiheiten wie bei einem Titel der Hitman-Reihe und einem gewissen Anspruch bezüglich der Handlung. Denn es scheint vielversprechende und aktuelle Themen anzusprechen, wie Datenschutz, Kontrollstaat und Cyber-Terrorismus. Weitere Cyberpunk-Anleihen wären für mich auch nie verkehrt.
So, habe ich noch eine Pressekonferenz vergessen? Ich glaube nicht.

Ansonsten hatte ich mich sehr über den Trailer zu Metal Gear Rising: Revengeance gefreut. Spielerisch macht es genau das, was es als Metal Gear-Titel mit Ninja-Raiden als Protagonisten tun sollte, nämlich völlig absurde, übertriebene Action zu bieten. Schön auch einige kleinere Stealth-Elemente zu sehen, vielleicht wird dieses Spiel-Element auch etwas weiter ausgearbeitet sein. Das Cut-Feature wiederum scheint doch nicht völlig aus dem Spiel genommen zu sein, wie ich zunächst befürchtet habe. Fehlt nur noch eine ordentliche Handlung und ich bin völlig zufrieden. Immerhin, ein schlimmerer Metal Gear-Ableger wie Snakes Revenge, Portable Ops oder Acid kann das Spiel nicht werden.
Zu meinen anderen Favoriten Dishonoured und Metro: The Last Light habe ich mir wiederum keine weiteren Trailer angekuckt. Die beiden Spiele werde ich mir zum Release kaufen, da bin ich mir jetzt schon sicher, und jetzt werde ich mich nur noch spoilern können.
Ein wenig neugierug gemacht hat mich auch das neue Prügelspiel von den Mortal Kombat-Entwicklern Netherrealm Studios, nämlich Injustice – Gods Among Us. Man würde es von dem Titel nicht vermuten, aber dahinter steckt ein Prügelspiel mit den Charactere der DC-Comics – also Superman, Flash, Batman und so weiter. Gut, das Ergebnis wird wahrscheinlich kein Jahresereignis, aber der Titel und Trailer machen neugierig auf eine interessante Comic-Geschichte (ja, ich spiele Prügelspiele auch wegen der Story und ja, ich war ein Comic-Nerd). Störend fand ich wiederum wie übertrieben die Action bei den Kämpfen war – selbst für Comic-Verhältnisse.
Abseits der quarkigen Pressekonferenz gab es überhaupt spielerisch wenig zu beanstanden. So wirkten auch Tomb Raider, Crysis 3 und Far Cry 3 sehr gut, auch wenn ich aktuell nicht ausführlich über diese Titel schreiben würde und mir momentan auch kein weiterer Titel einfällt, über den ich nun unbedingt reden müsste.

Insgesamt war es doch eine eher gute E3 mit sehr vielen interessanten und wenig miesen Titeln – auch wenn ich jetzt viele außen vor lasse. Auch sehr schön: Es gab zwar wieder eine massige Flut an Sequeln, aber auch einige völlig neue und frische Spiele, über die auch noch während und nach der Messe auch am meisten geredet wird.
Schade wiederum ist, dass es kaum wirklich neue Ankündigungen oder Überraschungen gab. Auch wenn Ubisoft mit Watch Dogs eine fette Überraschung parat hatte, hatte man von all den anderen Titel doch schon etwas gesehen, gehört oder vermutet gehabt. Aber ich denke es sind dann doch wieder diese Überraschungen, die die Messen interessant machen und wegen denen überhaupt die Messen zu so einem Spektakel geworden sind.
Ansonten bin ich schonmal auf die Comic-Con gespannt – definive mehr als auf die Gamescom. Die Gamescom empfinde ich als kleinen Status-Fleckchen, damit auch wir Europäer etwas vorweisen können. Bei der Comic-Con habe ich hingegen den Verdacht, dass man mittlerweile dort die eigentliche Messe mit den Überraschungsbomben zu haben scheint.

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