Dead Island

Endlich, endlich, endlich komme ich dazu mit Dead Island abzurechnen. Das hier wird ein Text, der schon lange auf meiner To Do-Liste steht und nun endlich abgehakt wird.

Auf Dead Island hatte ich mich damals gefreut und hatte sogar beschlossen, es mir gleich zum Release zu kaufen – was ich seit meiner sehr geizigen Schul- und Abi-Zeit bis heute sehr selten mache. Dann wiederum trat bei mir jedoch noch vor dem Release Ernüchterung ein, nicht nur wegen diversen Meldungen rund im das Spiel, aber dazu komme ich noch. Überhaupt erstmal der Reihe nach:

Man wusste schon von diesem Spiel, dass es ein Zombie-Titel auf einer idylischen Insel sein würde. Ein Open World-Ego Shooter mit RPG-Elementen (also wie Borderlands), Schwerpunkt auf Melee-Kämpfe und mit der Möglichkeit eigene Waffen basteln zu können. Hui, hui, hui, wenn es nun nur noch mit dem Missions-Design und der Story passt, denn daran krankte es bei einem Spiel wie Borderlands. Ach, und es soll einen 4 Spieler-Coop geben. Wie bei Borderlands…
Dann kam mitte 2011 dieser unglaubliche, geile, krasse HAMMER-Trailer, der irgendwie alles hatte. Er war clever, innovative und konnte vor allem die Zuschauer emotional bewegen, da er innerhalb dieser 3 bis 4 Minuten sympathische Charactere zeigte, für die man sofot mithofft, obwohl – oder weil gerade deshalb – man das unglückliche Ende schon kennt, da sich der Trailer größtenteils rückwärts erählt. Wenn ein Spiel es schaffen sollte, genau das – diese Mischung aus genialen Einfällen sowie mitreißender Dramatik – einzufangen, dann kann daraus nur ein abso-fuckin-lut geiles Spielerlebnis raus kommen. Vergessen solche billigen Open World-Spiele wie Borderlands, die mit öden und billigen Missionen zu tode langweilen, jetzt kommt die Revolution, Bitches! Oh, boy…

Nun, wie gesagt, meine Euphrorie ließ bald nach. So genial wie der Trailer kann das Spiel vom Missions-Design und der Story einfach nicht sein, unmöglich. Der Trailer ist sehr schön und genial gemacht, aber es bleibt nur ein CGI-Filmchen.
Und die Verlagerung auf Melee-Waffen klingt auf dem Papier zunächst auch nett und interessant, da es abwechslunsgreicher ist als der x-te Shooter mit den typischen Waffen, das Zombie-Flair besser und realistischer rüber kommen sollte mit den ganzen Alltags-Gegenständen, die man als Waffen verwenden kann (ernshaft: Wieso sollte man bei einer Zombie-Apokalipse Schusswaffen und Munition an jeder Straßenecke und beim nächstbesten Toys ‚R Us finden?), und es spielerisch herausfordernder sein könnte nur mit einem Knüppel bewaffnet durch die Gegend zu laufen – anstelle einem Schrotgewehr. Auf der anderen Seite kann man schon an Left 4 Dead 2 sehen, welchen Effekt Melee-Waffen in einem Zombie-Ego Shooter haben können. Das Spiel wird dadurch nämlich nicht herausfordender oder spannender, es wird nur einfacher und simpler. So muss ich eine Melee-Waffen nicht nachladen, ich muss mit einer Melee-Waffe nicht zielen und vor allem kann ich mit einer Melee-Waffe spammen (fairerweise nur so lange, wie auch die Ausdauer meiner Figur reicht). Und so ähnlich wirkten auch schon die Gameplay-Trailer: Blutiges und schönes, aber auch ödes und monotones Zombie-Gekloppe.

Dann war es fast soweit, das Spiel stand kurz vor dem Release (ich musste schon hart überlegen, ob ich es mir noch zum Release kaufe). Dann machte das Spiel jedoch während dem Release mit negativen Meldungen auf sich aufmerskam (ich musste hart überlegen, ob ich mir das Spiel überhaupt noch kaufe).
Zunächst wurde das Spiel nicht Bug-frei released. Viele Bugs sollten mit einem Day One Patch beseitig sein, wobei es nicht bei dem diesen einen Patch bleiben sollte und dieser Day One-Patch u.a. vorherige Spielstände unbrauchbar machte und weitere Bugs mit sich brachte. Völlig Bugfrei ist das Spiel bis heute nicht, zumindest gab es noch Monate später den völig irren Treppen-Bug. Bei bestimmten Treppen im Spiel kann man nämlich nicht hochlaufen, bzw. nur mit viel Glück und Gefummel, weil die Treppen wohl zu steil sind. Für Video-Material in Youtube einfach „Dead Island Stairs“ eingeben und staunen. Nicht umsonst sprach man jedenfalls von Bug Island.
Dabei sprechen wir jedenfalls nur von der Konsolen-Version. Bei der PC-Version wiederum gab es nicht nur diese Bugs, die Jungs haben gleich noch eine Peinlichkeit oben drauf gesetzt. In Amerika wurde auf Steam nämlich die falsche Version für die Spieler hochgeladen. Dead Island kam in Amerika früher als in Europa raus, hochgeladen wurde aber nicht die finale Verkaufstversion, sondern eine Entwickler-Version für die X-Box 360, wie man an einigen Code-Zeilen sehen konnte. Diese Version war vor allem aber auch eine unfertige Entwickler-Version, bei der man u.a. einen No Clip-Mode aktivieren konnte. Auch konnte man in einen Third Person Mode schalten, bei der man die Animationen der Spielfigur sehen kann, die eigentlich für die Ego-Perspektive gedacht sind und entsprechend schön doof aussehen. Gut, es ist nicht gedacht, das Spiel in 3rd zu sehen, deswegen, müssen die Animationen in 3rd Person auch nicht gut aussehen. Dooferweise ist es dann doch wieder der Schatten der eigenen Spielfigur, die einen dann doch wieder an die dümmlichen Anomationen erinnern (siehe auch hier wieder diverse „Dead Island 3rd Person“-Youtube-Clips :)).
Die nächste Peinlichkeit folgte als man im Spiel-Code entdeckte, dass während der Entwicklung das Achiement „Gender Wars“ – mit dem der weibliche Character Purna mehr Schaden gegen männliche Gegner macht – mit „Feminist Whore“ betitelt wurde. Klar, in der finalen Version wurde das Achiement umbenannt und es bleibt ein dummer Entwickler-Scherz, der das Spiel an sich nicht schlechter macht. Aber es bleibt trotzdem schlichtweg peinlich für die Entwickler, die nebenbei erwähnt dem anderen weiblichen Spielcharacter – Xian Mei – kein Unterhösschen unter dem Rock modeliert haben (ja, youtube und google leisten auch hier wieder Abhilfe).
Soweit die technischen Bug- und Entwickler-Geschichten. Aber es geht noch weiter: Kurz nach dem Release meldeten mehrere europäische User aus dem Steam-Forum, dass sie ihr Retail-Spiel nicht aktivieren konnten. Dies betraff u.a. Versionen aus UK. Das Problem lag in der Regions-Sperre von Dead Island, die russische Keys betraff. Diese Keys lassen sich nur in Russland freischalten. Offentsichtlich wurden die Keys also falsch verschickt oder sie wurden falsch in der Datenbank eingetragen. So erhielt u.a. ein User als Antwort von dem Steam-Support
vielen Dank für Ihre Nachricht.

Ihr CD Key X-Y-Z ist ein für Osteuropa gedachter CD Key. Leider kann ich Ihnen nicht mitteilen, warum dieser CD Key einer UK Verpackung beiliegt. Die CD Keys wurden nicht von uns verteilt.

Leider können wir Ihnen in diesem Fall nicht weiterhelfen, da wir die Regionsbeschränkung, die diesem CD Key auferliegt, nicht umgehen können.

Beste Grüße,

Steam Support Team
Quelle
Wo genau der Fehler lag wurde den Spielern und Käufern lange Zeit nicht gesagt, bzw. gaben Valve und die Händler Deep Silver die Schuld, die wiederum gaben allen anderen die Schuld. Einige Händler gaben dabei den Ratschlag, das Spiel mittels VPN-Verbindung zu aktivieren und stellten sogar eine Anleitung zur Verfügung, wobei die Verwendung von VPN einen Verstoß gegen die Steam-Richtlinien darstellt und im offiziellem Forum davon abgeraten wird. Es dauerte zwei Tage bis eine Lösung gefunden wurde und Deep Silver folgende Nachricht weiter gab, die im Steam Forum gepostet wurde:
A number of PC units (but not all) of Dead Island have had issues with the codes for Steam registration. The issue is now solved and from tonight all units sold will be possible to register on Steam. No new codes are required, the codes that originally were shipped with the games will be re-activated. So the only thing consumers need to do is to register tonight again. This should be operational from 21:00 CET and forward, if it does not work right away at 21:00 pls try again. Our objective is to have all codes fixed before 24:00 tonight, tomorrow morning the latest.
Als deutscher Spieler hat man es aber bis heute noch zusätzlich schwer und war besonders zu dieser Zeit mit dem Key-Wirr-Warr gestraft. Da das Spiel nicht Deutschland erschienen ist, bieten die Jungs auch keinen Support für deutsche Kunden an. So heißt es aus dem deutschen Forum von Deep Silver
Vielen Dank für ihre Anfrage. Das Spiel „Dead Island“ wird von Koch Media/Deep Silver nicht in Deutschland veröffentlicht.
Daher bieten wir für diesen Produkt keinerlei Support an.

Vielen Dank für das Verständnis
und
Tut mir leid, das Spiel ist für den deutschen Markt nicht vorgesehen, daher wird auch kein dt. Support angeboten.
Quelle

Puh, ich habe mit dem eigentlichen Spiel noch nicht mal angefangen und stecke bis hier immer noch in der Vorgeschichte. Aber gut, irgendwann hatte ich mir das Spiel doch noch gekauft und jetzt können wir auch endlich rein springen.

Zunächst kommt ein Intro. Während einer Party sehen wir aus der Perspektive eines schon recht angetrunkenden Dudes nach und nach die vier Haupt-Charactere neben weiteren feiernden Leuten und ersten Anzeichen einer Zombie-Plage, eher wir – bzw. er – gut betrunken ins Hotelzimmer wanken. Soweit, so gut, kein genialer Meilenstein wie der HAMMER-Trailer, aber okay.

Dann dürften wir uns einen Character aus suchen und – boah, nee! Ehrlich auf dem ersten Blick würde ich keinen von den Leuten wählen. Ich weiß nicht genau, was es ist, aber in Dead Island sind mir alle Charactere auf den ersten Blick schlichtweg unsympathisch. Möglicherweise liegt es nur an mir, aber die Charactere wirken auf mich erzwungen auf cool und hip gestylet. Da haben wir den Urlaubs-Spacko mit Kurz-Iro, den Muskel-Typen, die toughe Frau und dann noch den weiblichen Eyecatcher. Gerade in dem Moment musste ich an das erste Mal denken, als ich Left 4 Dead gespielt habe. Denn bei dessen vier Chauptcharacteren konnte ich micch wie bei Dead Island auch nicht für eine Figur entscheiden, aber weil ich dort im Gegensatz zu Dead Island alle Charactere interessant fand. L4D zeichnet sich in dem Sinne positive für mich aus, weil die Charactere noch sehr normal und durchscnittlich wirken, nicht so schrecklich hochgestyled.
Aber schau an: Jeder Character in Dead Island hat seinen eigene Background-Geschichte. Na, sauber, das macht das ganze doch interessanter und da sollte sich doch was finden lassen. Wenn die Stories aber nicht so schrecklich austauschbar wären. Sogar untereinander sind sie völlig austauschbar und wiederholen sich im Grunde genommen.
Da haben wir zum einen Logan Carter, einen ehemaligen NFL-Star, der aufgrund eines selbstverursachten Autounfalls – betrunken – seine Karriere aufgeben musste.
Dann ist da der Afro-Amerikaner Sam B, auch ein Star mit verblichenem Ruhm. Er kommt aus ärmlichen Verhältnissen und hat eine Karriere als Rap-Star hinter sich, wobei er nur einen wirklichen Hit produzieren konnte und sein Geld größtenteils verprasselt hat. Ah ja, und er kommt aus New Orlean, seine einzige Hit-Single heißt „Who Do You Voodoo.“ Nein, nein, Klischees werden von Dead Island absolut keine bedient…
Weiter zu den Damen – da haben wir zum einen Purna. Genau, die „Feminist Whore.“ Purna ist eine ehemalige (da haben wir’s wieder) Polizei-Detective. Sie wurde aber – weil sie eine Frau und Halb-Aborigine ist – von ihren Kollegen belästigt, hat einen Kinderschänder angeschossen, verdient sich nun als Bodyguard und jammert in ihrer Background-Story darüber rum, wie sehr sie reiche Menschen hasst und total unfair behandelt wurde.
Schließlich wäre da noch Xian Mei aus China. Auch hier wird wieder voll in die Klischee-Kiste gegriffen. Ihr Vater hat ihr Martial Arts beigebracht und wurde von einer Triaden-Bande umgebracht. Xian trat in den Polizei-Dienst ein, darf aber – weil sie eine Frau ist – vorwiegend nur Büro-Arbeit erledigen. Von geschlechtlichen Ungleichheiten hat man ja schon gehört. Jedenfalls, um den Klischees treu zu bleiben, mag sie ihre Büro-arbeit nicht, weil sie ihrem Vater damit keine Ehre erweist.
Hier im Character-Select-Screen zeigt sich jedenfalls schon die Einfallslosigkeit und Klischeehaftigkeit von Dead Island. Ich glaube als Parodie würde Dead Island wunderbar funktionieren, wenn es sich nicht so schrecklich ernst nehmen würde. Es scheint als hätten die Entwickler nach dem Intro keine Ahnung und keine guten Ideen mehr in Richtung Story und Plot gehabt, um das Spiel noch interessanter zu machen. Es ist ein guter Versuch, den Characteren mehr Background zu geben, wenn diese nicht so austauschbar und belanglos wären. Aufgegriffen werden diese Stories im weiteren Spiel auch nicht, die Einführungen sind also eher überflüssig. Characterentwicklung oder überhaupt Persönlichkeit kommt im Spiel dann auch nicht auf, es wird nichts weiter mit diesen Geschichten gemacht.
Das schlimmste ist aber bei all diesen einfallslosen Lebensläufen: Von diesen ganzen Arschlöchern musste ich mir immer noch einen aussuchen! Tatsächlich sind mir die Charactere noch unsympathischer geworden. Zu Zeiten in denen wir von irgendwelchen B-, C-, X-, Y-Promis zugeschissen werden, gehen mir die Probleme von irgendwelchen verblichenen Stars, die scheinbar ihr Leben vor lauter Alkohol- und Drogen-Exzessen nicht mehr unter Kontrolle haben (siehe Fahrunfall, siehe finanzieller Bankrott), am Arsch vorbei. Ebenso interessiert mich das Dauergenönel über reiche Menschen, Familienehre oder geschlechtliche Ungerechtigkeit am Arbeitsplatz nicht. Aber vor allem macht Dead Island aus diesen Themen auch nichts weiter. Es führt die Charactere mit diesen Themen ein, interessiert sich aber doch nicht weiter für die Probleme der eigenen Protagonisten und läßt diese Probleme unter dem Tisch fallen. Obwohl man mit diesen Themen etwas machen könnte – z.B. eine Handlung darüber, dass es im Leben doch nicht nur auf Ruhm, Ehre, Rache oder Geld ankommt. Oder so, wäre zumindest ein Ansatz. Versteht mich jedenfalls nicht falsch. Ich könnte mir für mich vorstellen, mit einem zugeschnupten Charlie Sheen durch die Gegend zu laufen und Zombies zu verkloppen, während öligen Bikini-Weiber herumhoppeln. Aber dann erwarte ich auch wirklich puren Hirn-Raus-Spass und nicht emotional angesprochen zu werden, was Dead Island doch wieder versucht, aber einfach scheitert.

Egal welchen Character ich mir jedenfalls auswähle, sie wachen alle im selben Hotelzimmer auf, in dem die Figur aus dem Intro eingeschlafen ist – nicht, dass das Sinn machen würde. Überhaupt bleibt es sich abgesehen von den Character-Eigenschaften (Wurf-, Klingen-, Schlag-, Schussexperte) gleich, welchen Character ich wähle, individuelle Solo-Kampagnen gibt es nicht. In sämtlichen Cutscenes tauchen alle 4 Hauptcharactere auf, in denen jeder dann versucht ein noch größeres Arschloch als der Rest zu sein. Woher diese Charactere eigentlich herkommen, während ich alleine rumlaufe und meine Waffen kaputt hauen, spielt keine Rolle.
Wenn man dann jedenfalls das Zimmer verläßt und den Hotel-Flur betritt, kann man das Gepäck der anderen Hotelgäste durchsuchen und sich Gegenstände mit nehmen. Was mich dabei amüsiert: Eigentlich weiß die Figur noch nichts von den Zombies, bedient sich aber trotzdem selbstverständlich aus allen Taschen.

Auf der Insel trifft man dann auf weitere Überlebende und man nimmt von ihnen Aufträge an, woraus im Endeffekt das ganze Spiel aufbaut. Und was mich schon bei Borderlands sehr geärgert hat, trifft auch wiederum auf Dead Island zu. Ich werde zu sehr mit zu vielen belanglosen Aufgaben zugemüllt. Auch hier wieder hole ich mir bei den Basen, bei denen die ganzen Überlebenden sind, eine ganze Liste an Aufgaben ab, die ich nach und nach abarbeite. Das mögen dann Aufgaben sein, wie einen Teddy zu holen oder zu überprüfen, ob es der Schwester von Person X am anderen Ende der Insel gut geht. Der Knaller ist der NPC Stanley Garrison, den man 5 Flaschen Alkohol bringen muss. Okay, belanglos, aber schnell erledigt. Aber auch noch nicht fertig. Denn danach soll man ihn 5 weitere Flaschen bringen und, weil das ja keinen Spass macht, nochmal 5. Ernsthaft: Was zuerst kaum Spass macht, macht auch bei der x-ten Wiederholung keinen Spass. Als Parodie würde Dead Island wie gesagt wunderbar funktionieren.
Wo wir bei knalligen NPC’s sind, da hätten wir auch noch Svetlana. Svetlana kommt, wie könnte es anders sein, aus Russland. Und weil sie aus Russland kommt ist sie hackedicht und besäuft sich während der Zombie-Apokalypse auch noch weiter. Also braucht sie von dem Spieler Champagner. Schön, dass nicht nur die Hauptcharactere von Klischees nicht befreit sind.

Daneben versucht Dead Island immer wieder die bedrückende, emotionale Stimmung des HAMMER-Trailers einzufangen. So haben wir Ted B, der in einem blutroten Pool hockt mit den Leichen von seiner Frau, seinem Bruder und seinem Vater, die er alle töten musste. Blöd, dass das ziemlich dick aufgetragen wirkt und ich außerdem noch seine Oma und seinen Hund noch in den Büschen vermute. Ted B ist so ein Character, der schon das Thema aus dem HAMMER-Trailer aufgreift, sich mit Gewalt gegen seine eigene Familie – also Menschen, die man lebt – verteidigen zu müssen. Aber bei Ted B passiert das so plump nach der Holzhammer-Art.
Wirklich interessanter ist hingegen die Figur Jin, bei der das besser umgesetzt wurde. Jin schien mit ihrem Vater schon vor der Apokalypse auf der Insel gelebt zu haben und verläßt ihren noch lebenden Vater, um den Hauptcharacteren zu helfen. Später wird sie ihren zum Zombie gewordenen Vater erschießen (*Spoiler*). Das besondere an ihr: Sie ist der Character, den ich eigentlich schon von anfang an spielen wollte. Sie wirkt auf mich nicht so hochgestyled wie die anderen, sondern eher wie ein durchschnittlicher, einfacher Mensch in ihrer Jeans-Latzhose. Auch qäult sie mich nicht mit einer austauschbaren, einfallslosen Klischee-Backgroundstory. Vor allem ist sie es aber, die das eben genannte Thema des Spiels voran treibt und zu einem guten Schlusspunkt abrundet. Von allen dieser Characteren ist im Grunde genommen Jin die Hauptperson.

Ansonsten ist das Spiel wie erwartet. Der Schwerpunkt auf Melee-Waffen macht das Spiel nicht unbedingt herausfordernder, sondern sorgte bei mir teilweise nur für drögere Gekloppe. In dem Sinner war es eine schöne Abwechslung nach mehreren Stunden Spielzeit endlich eine Handfeuerwaffe zu benutzen (Jesus, ich hatte völlig vergessen, wieviel Spass die Dinger in virtueller Form machen). Nett ist die Möglichkeit, eigene Waffen zu bauen und zu reparieren, aber da habe ich mich wiederum gefragt wozu ich das machen sollte, wenn ich eh bessere Waffen finde. Dadurch blieb dieses Feature für mich lange Zeit ungenutzt.
Ähnlich unauffällig blieben für mich auch die RPG-Elemente. Auf Levelaufstiege habe ich größtenteils nicht geachtet und sie fielen mir kaum auf, weil mir wegen mit-Levelnden Gegnern kein Sinn dahinter blieb. Außerdem gibt es bis auf allgemeine Stats-Verbessungen keine wirkliche Entwicklunsg-Möglichkeiten, außer mir aus einer Reihe von Abilities eine Verbesserungen der Marke „5% höhere Crit-Wahrscheinlichkeit“ etwas auszusuchen. Leider sind solche Prozent-Abilities für mich völlig uninteressant.
Den Coop-Mode habe ich nicht ausgeprobiert. Zum einen weil ich nicht mit irgendwelchen Arschlöchern online spielen will und zum anderen weil meine Freunde kein Interesse an dem Spiel hatten.

Bezüglich der Levels trennt sich das Spiel in vier Levels auf. Das Spiel beginnt am Urlaubsort mit dem Hotel, dem Strand und den ganzen Bungalows. Dies ist die idyllische Umgebung, für die Dead Island so bekannt und bisher auch einzigartig ist und damit seinen restlichen Charme bezieht. Insgesamt würde ich diese Umgebung als sehr schön bezeichnen, aber man findet in dieser Umgebung auch einfach nichts aufregendes und wird mit öden Missionen durch die Landschaft herum gescheucht.
Als nächstes landet man in der verwüsteten Stadt Moresbi. Die Stadt an sich hat auch einen eigenen Charme und mir gefielen die erhöhten Plattformen, die die Überlebendem scheinbar eilig aufgestellt haben, sowie die stark infizierten Bereichen. Nicht gefallen haben mir hingegen die detailarmen Innenbereiche der wenigen, betretbaren Häuser und die auch eher öde Kanalisation.
Der dritte Bereich ist der Dschungel mitsamt Laboratorium. Von dem Dschungel ist mir eigentlich nichts wirklich hängen geblieben und man kennt Dschungel-Level auch schon von anderen Spielen. Zum einen kam mir der Dschungel aber auch nie so wirklich offen vor, sondern doch nur beschränkt auf die vorgegebenen Pfade und Wege.
Das Spiel endet dann schließlich in einem Gefängnis-Lebel mit vielen Korridoren und auch hier wird gerade zum Schluss hin das Spiel sehr monoton.
Zu erwähnen sei noch die Level-Begrenzungen. Wenn man nämlich die Areale verläßt erscheint ein großer, roter Schriftzug in der Art „Warning, hier geht’s nicht weiter“ und kurz darauf wird man ein paar Meter zurückgebeamt. Fairerweise sei erwähnt, dass das durch einen Patch geändert oder abgeschwächt wurde – habe ich im Nachhinein nicht überüft. So war es damals jedenfalls sehr awesome…

Dann sind da natürlich die Gegner. Da gibt es zum einen natürlich die Standart-Gegner, sprich langsam torgelden Zombies, die Walkers (schön die mal wieder in einem Spiel zu haben). Dann noch langsamere, aber dafür kräftigere Zombies, Thugs, und die laufenden Zombies, Infected. So weit, so bekannt und unüberraschend. Dann gibt es noch Zombies, die explodieren um damit den Spieler zu schaden, genannt Suicider. Obwohl mir kein Spiel mit solchen Zombies einfällt, wirkt diese jedoch Idee irgendwie nicht neu und unverbraucht. Ungefähr im selben Bereich trifft man dann jedenfalls auch auf weitere, größere Gegner, die einen versuchen mit einer Ramm-Attacke zu schaden, die Charger – ah, sorry, falsches Spiel, hier heißen sie Ram. Dazu gibt es auch fette Zombies, die u.a. mit einer Kotz-Attacke angreifen und Boomer genant werden – ah, verdammt, schon wieder falsches Spiel, ich meinte Floater. Last but not least wäe da der Butcher, eine härtere Version der Infected.
Endgegener gibt es fast keine. Man trifft im Dschungel-Abschnitt den Infected Warrior, welcher im Endprinzip eine größere Version des Infected darstellt, und dem allerletzten Gegner, der irgendwie auch nur eine Mischung aus Infected und Thug ist (*spoiler*). Das war’s auch schon.

Und das war dann zusammemgefasst auch Dead Island für mich. Dabei habe ich vor allem wegen dem HAMMER-Trailer versucht, Dead Island nicht nach dem zu bewerten, was es auch nicht ist. In dem Sinne will ich nicht sagen, dass Dead Island ein schlechtes Spiel wäre. Aber ich fand es auch nicht besonders gut und schon gar nicht überragend. Dazu fehlt es einfach an zu vielen Stellen. So langweilt mich Dead Island mit langweiligen Missions-Design, wie es in gefühlt jeden anderen Open World-Spiel der Fall ist, und ich ärgerte mich über Klischees, uninteressanten bis unsympathischen Haupt-Characteren, kaum vorhandener Story und fehlender Spannung und Atmosphäre. Zusätzlich wirkt vieles irgendwie nicht neu, sondern eher wie übliche Genre-Kost und es mangelt Dead Island auch an besonderen Momenten, also Magic Moments.

Ich denke, dem DLC um Ryder White werde ich noch eine Chance geben. Bei einem Dead Island 2 (welches natürlich kommen wird) werde ich wahrscheinlich nicht zugreifen.

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