Kommentiert: Capcom entäuscht über die Verkaufszahlen von Street Fighter X Tekken

Wie diverse News-Seiten berichten, scheint Capcom von dem Verkaufszahlen von Street Fighter X Tekken entäuscht zu sein:
„How do you assess the performance of titles that were introduced in the fourth quarter of the previous fiscal year?
Sales of „Street Fighter X Tekken“ have fallen short of our plan. We believe one of causes is cannibalism because of the large number of other games in this genre that were launched within a short time.“

Quelle

Sprich, das Genre sei also übersättigt, weil zu viele Spiele in einem zu kurzen Zeitraum releaset wurden. Diese Aussage kann man unterschiedlich deuten und auf einer gewissen Weise würde ich sie auch so unterschreiben, aber dazu komme ich noch.
Ich müsste lügen, wenn sich bei mir jedenfalls nicht eine gewissen Schadenfreude breit machen würde nach diesem Debakel. Klar, bei der Ankündigung 2010 war ich gehyped und an eine Enttäuschung hätte ich niemals gedacht. Es wäre übertrieben zu sagen, es wäre alles falsch gelaufen, was hätte falsch laufen können, aber Capcom hat tatsächlich viele Fehler gemacht. Wichtig ist es nun für Capcom die richtigen Schlüsse zu ziehen und die Schuld nicht woanders als bei sich selbst zu suchen. Denn vor allen sieht man anhand von SFxT, wie kurzsichtig Capcom eigentlich gehandelt hat und wie sie sich den Erfolg selber verbaut haben.

Zum einen wäre da die DLC-Sache. Beim Releae von SFxT wurde die X Box-Version gehackt und gefunden wurde auf der Disc zusätzlicher Content, also weitere (12) Charactere sowie diverse alternative Kostüme, die allesamt später – wie man zurecht vermutete – als DLC’s erscheinen müssten. Die Geschichte wurde ein peinliches Debakel für Capcom, die diesen Content verschwiegen hatten und auch noch keine DLC’s angekündigt hatten, die Spieler ihnen aber somit auf die Schliche gekommen sind. Dieser Vorfall könnte durchaus als kleiner Genickbruch gewertet werden, da die Aufregung unter den Fans sehr groß war. DLC’s sind mittlerweile generell zum großem Streitthema verkommen, Capcom hat sich und SFxT damit jedenfalls keinen Gefallen getan und den Spielern den Eindruck vermittelt, ihnen Content vorzuenthalten, um sie später wieder zur Kassen zu bitten. Die Begründung hinter dem On Disc-Content liegt jedenfalls in den Online-Kämpfen. Da sich der Content nämlich schon auf Disc befindet und somit jeder diesen Content auf der Disc hat, müssten bei Online-Spielen mit Extra-Content die Spieler nicht ausgeschlossen werden, denen dieser Content fehlt (klingt durchaus nachvollziehbar). Auch ist so garantiert, dass Capcom keine weitere Disc-Version auf dem Markt bringt, wie sie es mit Street Fighter IV und Marvel vs. Capcom gemacht haben, aber dazu komme ich noch. Eine ganz billige Ausrede hingegen wird es, wenn man dies als Service-Leistung anbieten möchte, da dieser Content sonst runter geladen werden müsste (dabei müsste Capcom auch eine Gebühr an Sony und Microsoft für den Download zahlen, die aber durch den On Dic-Content ausbleibt, was Capcom wiederum bisher aber auch nicht erwähnt hatte – vielleicht stelle ich aber auch nur falsche Vermutungen an :), falls ich gerade sachlich nicht daneben liegen sollte) und auf der Festplatte Platz verbrauchen würde. Diese Mühen erspart man den Spielern also auch.
Ich werde wahrscheinlich irgendwann einen allgemeinen Beitrag zum Thema DLC’s schreiben müssen, aber meine Meinung in Kurzform: Ich bin bereit für die zusätzliche Arbeit der Entwickler auch zusätzlich Geld zu zahlen, solange der Preis stimmt. Ob diese zusätzliche Arbeit während oder nach der Entwicklung stattfindet spielt dabei eigentlich keine Rolle, aber: Es muss sich wirklich um zusätzliche Arbeit handeln und nicht um Content, der einfach nur verschlossen wird. Bei einem Kader von 38 Characteren bin ich bereit zu glauben, die Jungs haben sich noch zusätzlich an 12 weiteren Figuren ran gesetzt und diese 12 Figuren würden es ohne DLC nie ins fertige Spiel schaffen. Aber wissen, ob das wirklich so ist, kann ich nicht, aber genau diese Zweifel hätte Capcom bei diesem Debakel klären müssen. Auch ist fraglich, ob Capcom sich mit ihrer Verschwiegenheit einen gefallen getan haben – wobei ich ihnen das nicht verübeln konnte. Denn die Aufregung wäre auch in diesem Falle groß geworden und keiner der Spieler hätte gesagt „Na, wenigstens sind die ehrlich.“
Jedenfalls denke ich, ist die Vorausplanung von DLC’s an sich in dieser Form schon von Capcom ein Fehler ihrer kurzsichtigen Politik gewesen. Es ist irrsinnig, schon an zusätzlichen Inhalten zu arbeiten, wenn das eigentliche Spiel noch nicht fertig und released ist. Es bringt schlichtweg einfach nichts, an Inhalten für zehn oder zwanzig DLC’s zu arbeiten, wenn gerade 1.000 oder 10.000 Leute das Spiel überhaupt kaufen werden. Und genau mit dieser Schnellschuß-Planung bringt man am Ende die Spieler gegen sich auf, die sich am Releae über 20 angekündigten DLC’s aufregen, weil sie ein Spiel nicht häppchenweise bekommen wollen. Wiederum schade ist auch, dass DLC’s nicht genutzt werden um Spiele langfristig am Leben zu erhalten und somit auf längere Sicht interessant zu bleiben, anstelle die DLC’s möglichst früh und übereilt auf dem Markt zu werfen solange das Spiel noch heiß ist. Da wieder der Verweis zu Valve und TF2, die ihr Spiel über Jahre noch interessant gehalten haben und somit TF2 über einen längeren Zeitraum noch verkaufen konnten, mit kostenlosen Zusatz-Content. Da hat man mit DLC’s die Spieleverkäufe angekurbelt, anstelle mit einem Spiel möglichst viele DLC’s zu verkaufen.

Kurzsichtigkeit bewies Capcom aber generell mit ihren letzten Spielen, was sich nun in SFxT negative ausgeschlagen hat. Denn obige Aussage, der Markt sei übersättigt, mag in gewisser Weise stimmen, aber dies kann auch sehr falsch gemeint worden sein.
Denn der Markt ist definitive nicht wegen der Konkurrenz so übersättigt und es wäre unsinnig zu behaupten, SFxT wäre gefloppt weil die Konkurrenz zu groß oder der Markt zu voll wäre. Denn die jetzige Konkurrenz, gegen die sich SFxT behaupten musste, besteht aus Spieleserien, die es schon vor 5 oder 10 Jahren gegeben hat und gegen die sich Street Fighter IV erfolgreich durchsetzen konnte – nämlich Mortal Kombat, Tekken, BlazBlue oder Soul Calibur, aber auch Virtual Fighter oder Dead Or Alive (um nur die bekannteren Serien zu nennen).
Capcom hat sich den Markt eher selber versaut und die Spieler mit ihren eigenen Produkten übersättigt. Schuld waren dabei eigentlich nicht die beiden Neuerscheinungen Street Fighter IV (Februar 2009) und Marvel vs Capcom 3 (Februar 2011) an sich, die in dieser Form auch noch überschaubar und erträglich sind. Aber jenseits von der Schmerzsgrenze wird es bei den zusätzlichen Updates Super Street Fighter IV (April 2010), Super Street Fighter IC Arcade Edition (Juni 2011) und Ultimate Marvel vs Capcom 3 (November 2011). Seit dem Jahr haben Capcom also innerhalb von 3 Jahren (plus einigen Monaten) 6 (!) Beat em Ups veröffentlicht. Dass die Spieler die Schnauze voll haben, ist da dann kein Wunder mehr und vor allem rechnet dann auch der Großteil der Spieler mit einer Update-Version von SFxT.

Capcom war durchaus erfolgreich mit ihrem Revival des Beat em Up-Genre, haben dann aber – wie schon seit SNES-Tagen – ihre Franchises ordentlich mit DLC’s und Update-Version ausgepresst und gemelkt. Und genau damit haben sie sich langfristig gesehen eher selber geschadet und das Vertrauen der Spieler verloren, was sich wiederum nun in den entäuschenden Verkaufszahlen von SFxT gezeigt haben düfte. Möglicherweise könnte sich das auch noch auf weitere Titel aus dem Hause Capcom ausschlagen.

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Eine Antwort zu Kommentiert: Capcom entäuscht über die Verkaufszahlen von Street Fighter X Tekken

  1. gina schreibt:

    man kauft das spiel . und dann noch extra für klamotten und characktere zahlen ?! will capcom mich verarschen ich hab es gestern gekauft und bin entäuscht ! das ist eine frecheit ! dreckiger chinese oder japse was das auch ist :@ ich bin so sauer ! :@ nie wieder mach ich diesen fehler ! :@ hoffentlich wird diese nachricht bei capcom ankommen ! -.-

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